Du wirst jeden Tag geboren, wenn du erwachst. Und du stirbst jeden Tag einen kleinen Tod, wenn du einschläfst. Jeden Tag sterben Milliarden Zellen in deinem Körper und werden durch neue ersetzt.

Lebendig sein und sterben, gleichzeitig, ist also kein Widerspruch. 

Jedoch sehen wir den Tod im Kontrast zum Leben. In den meisten westlichen Kulturen fürchten wir den Tod und verdrängen ihn reflexartig. Wenn wir uns aber bewusst werden, dass unsere Zeit auf Erden begrenzt ist, offenbart sich die Verschwisterung von Leben und Tod. Dann erfahren wir, dass alles Lebendige unbeständig sein muss, weil sich das Leben fortwährend erneuert. Erst durch die Vergänglichkeit wird unser Leben wirklich wertvoll und erfährt Sinn.

Der Tod ist kein Schreckgespenst. Er ist ein Lehrmeister im Dienst der Lebendigkeit und der Liebe. Dieser Erkenntnis widme ich meine Texte.