Ohne Ende

Dort,
wo der Himmel
die Erde berührt,
das Sichtbare endet,
an einem Horizont, 
der keinen festen Ort kennt.

Dort
denkst du das Ende.  
Doch es zeigt sich nicht. 

JH

Begegnung

Wenn sich Augen treffen
ohne zu wissen
dass sie verabredet sind
fließt das Leben 
frei
und ohne
Pflicht. 

Kein Wille
steuert
die Blicke.
Der Geist des Augenblicks
bewegt und 
fesselt. 

Ein Lächeln
ein lieber Gruß
erste Worte
die sanft
das Herz 
berühren. 

Vielleicht 
öffnet es sich
und entgegnet
in gleicher
Art und Absicht. 

Dann 
vielleicht 
öffnet das Universum
seinen Raum
in dem alles
möglich wird
was wir 
nicht erwarten
nicht denken
nicht sehen. 

Aus dem Treffen 
der Augen
wird vielleicht 
ein lebenslanger 
täglicher Blick
ins Universum 
des Anderen. 

Oder

es bleibt ein Blick
der grüßt 
der ein liebes
Gefühl verschenkt
um es als 
kurze Begegnung
im Fluss des 
Lebens 
wie einen kleinen
Stein 
abzulegen. 

JH



Der Weise am Fluß

Einen weisen alten Mann im früheren China fragten einmal seine Schüler:
“Du stehst nun schon so lange vor diesem Fluss und schaust ins Wasser.
Was siehst du da?”

Der Weise gab keine Antwort. Er wandte den Blick nicht ab
von dem unablässig strömenden Wasser. Endlich sprach er:

“Das Wasser lehrt uns, wie wir leben sollen. Wohin es fließt, bringt es
Leben und teilt sich aus an alle, die seiner bedürfen.
Es ist gütig und freigiebig.

Die Unebenheiten des Geländes versteht es auszugleichen:
Es ist gerecht.

Ohne zu zögern in seinem Lauf, stürzt es sich über Steilwände in die Tiefe.
Es ist mutig.

Seine Oberfläche ist glatt und ebenmäßig,
aber es kann verborgene Tiefen bilden.
Es ist weise.

Felsen, die ihm im Lauf entgegenstehen, umfließt es.
Es ist verträglich.

Aber seine Kraft ist Tag und Nacht am Werk, das Hindernis zu beseitigen.
Es ist ausdauernd.

Wie viele Windungen es auch auf sich nehmen muss,
niemals verliert es die Richtung zu seinem ewigen Ziel, dem Meer, aus dem Auge.
Es ist zielbewusst.

Und sooft es auch verunreinigt wird, bemüht es sich doch unablässig,
wieder rein zu werden.
Es hat die Kraft, sich immer wieder zu erneuern.

Das alles, sagte der Weise, ist es, warum ich auf das Wasser schaue.
Es lehrt mich das rechte Leben!”

(Nicht von mir! Autor leider unbekannt)

Tanz der Seelen

Ohne Ort
ohne Zeit
ungebunden 
an 
ein Muss
ein Soll.  

Frei sein
ist ihr Elixier
leicht
und
offen. 

Geschaffen
zu ewigem  
Tanz.

Aber
es tanzt
sich nicht gut 
auf steinigem
uneb'nem
Weg
den das Leben
oft wählt. 

Doch es übt
den festen Schritt
und Halt
jedoch
verstockt
zuweilen
die leichte Drehung
der schnelle Schwung. 

Die sanfte Hand
einer liebenden Seele
hält
und 
kürt 
zum Takt
des Augenblicks. 

Schwebend
überwindend
unbegrenzt
lebendige Figuren. 

In sich 
verbunden
eng umschlungen
und doch allein
denn jeder tanzt
den eig'nen 
Schritt

Die Liebe 
zweier Seelen
krönt
und führt
den schön'ren Tanz
der Zweisamkeit.

Orion

Du, Orion, 
hast dich am dunklen Zelt 
aufgespannt. 
Thronst über den Wäldern, 
den Lichtern, 
den Schlafenden.

Deine Anmut 
bleibt einsam 
doch nicht ohne Sinn. 

Ich trete in die kühle Nacht
von Träumen geweckt
und geflohen. 

Bei dir finde ich mich.
Finde zu allem. 
Du stillst meine
Sehnsucht.

Du ziehst mich ins Tiefe,
ins Endlose,
in schwarze ruhige Gründe.

Dort
wo das größte Herz zuhause ist,
aus dem sich alles 
mit Leben 
füllt
und
bewegt. 

JH 

Weltreise

 
Auf Reisen
unentwegt.
Im Außen,
um das Vergängliche
zu erkunden.
 
Reiz der Ferne.
Das Unbekannte.
Gleichsam Flucht
vor dem, was ist.
Auf der Suche
nach dem Bess’ren.
Wenn auch nur
für Augenblicke.
 
Segensreiche Zeit,
die uns das ferne Land
versagt.
 
Die neue Reise,
auch die beschwerlichste,
führt den kurzen Weg
nach Innen
ins fernste Land.
Wo das Herz schlägt
und die Seele
kurz verweilt.
Keine Karte.
Kein magnetisch Nord.
Kein Pfad,
den andere schon
betraten.
 
Durchs Dickicht
und durchs Unterholz,
über schmale Grade,
an steilen Wänden
und durch weiße Wasser.
Mit zaghaftem Tritt
und suchendem Blick,
die Hand am schwankenden Ast.
 
Der Weg das Ziel.
Rastloser Aufbruch
zu den Ufern,
die nicht enden.
Zu den Höhen,
die Sterne greifen.
Durch Wüsten,
die Horizonte schlucken.
 
Sturm zum Trotz.
Der Gischt gefeit.
In dürren Zeiten
fiebernd.
Schützend die Hoffnung
im Gepäck.
Und mit ihr
den Schlüssel zur
Ewigkeit.
 
JH

Wiedergeburt

Die Nacht weicht träge dem zaghaften Licht der verschlafenen Sonne, die noch tief im Osten steht. Sanft tastet sich der junge topasblaue Schimmer am Horizont entlang, um bedächtig das Licht der Sterne hinter seinen Schleier zu ziehen. In träumende Stille ist noch alles getaucht, ehe die ersten Vogelstimmen davon künden, dass sich alles Lebendige dem kleinen Tod entsagt, um sich in einer Wiedergeburt dem Leben zu öffnen. Die Sphären am Ende der Welt erhellen sich nach und nach, bis sich ein sanft-feuriger Hauch über die Baumwipfel legt. Die schlummernde Stille trägt den lebensbegrüßenden Gesang der Vögel in jede Weite.

Mein Ohr hat sich dieser Melodien geöffnet und ihre disharmonische Harmonie formt meine Mundwinkel zu einem zufriedenen Lächeln. Meine Augenlider verwahren sich noch gegen das Licht, das allzu schnell den wohligen Schlummer aus den müden Knochen treiben würde. Die Wärme unter meiner Decke umklammert mich wie der schützende Mutterkörper. Ich lasse mich bereitwillig weiter von ihm tragen. Ich winkle meine Beine an, auf der Seite liegend. Die Knie enger am Bauch als sonst. Ich spüre, dass ich noch nicht geboren werden möchte. Was ich hörbar vernehme, formt Bilder und Gefühle einer Welt, die mir vertraut ist. Platons Höhle. Wozu sehen, was ich schon betrachte. 

Ich schwelge in diesem Zustand. Friedlich liegt diese Zwischenwelt da. Still. Gedankenlos. Menschenlos. In ihrer Mitte. Sich selbst genügend. Im Spiel mit der Zeit, den Farben, den Formen, den Klängen, den Düften. Alles in meinem Kopf – oder vielleicht sogar im ganzen Körper und darüber hinaus.

In langsamer Bewegung schleichen meine ersten Gedanken durch die vage Erinnerung an nächtliche Träume, die mir nicht freiwillig begegnen. Ich spüre ihnen nach in einem zeitlosen Labyrinth aus Bildern und Stimmungen. Schemenhaft treten sie kurz, zu kurz aus ihrer Deckung. Aber das Bewusstsein füllt sich mit dem Gefühl der Gewissheit, dass der Schlaf nicht traumlos war. Da war kein Schwarz, keine einzige Dunkelheit. Es war lichthaft. Da waren Stimmen. Gefühl. Bewegung. Eine unergründliche Hand führte Regie in scheinbarer Willkür. Ich gab mich ihr hin und doch ging ich selbst und schwebte, fiel und flog. Vertraute Welt in ferner Fremde. Im kleinen Tod liegt Lebendigkeit. Wie wird der große sein?

Die Sonne erhebt sich über die fernen Wipfel und legt ihr wärmendes Licht über die Stimmen der Vögel. Das Konzert verklingt – bis zum Abend. Ein heller Strahl betritt meinen Raum und zieht an meinen Lidern. Das Licht der Welt hat mich zurück. Noch zaghaft aber unaufhaltsam jetzt. Ich streife den Schlaf aus meinen Augen. Es bewegt mich. Ich bewege mich. Hinein in ein neues Leben. Mit dem Gang der Sonne vom Kleinkind bis zum Erwachsenen, höchste Reife gegen Mittag, ehe der nachmittägliche Sonnenweg sich neigt, dem erneuten kleinen Tod entgegen, der freundschaftlich mich empfangen wird.

JH

Liebe (I)


In dir liegt ein Ort, an dem sich eine Quelle ergießt. Wenn du es zulässt. Eine Quelle göttlicher Liebe. Diese Quelle nährt deine Selbstannahme, die Besinnung auf den eigenen Wert, die Wertschätzung deines Wesens mit all seinen Gaben und Fähigkeiten. Aus der gleichen Quelle durchströmt Liebe deine Entwicklungsgeschichte, dein Einverständnis vorausgesetzt. Und eben jener Ort in dir wird, wenn du deine Augen öffnest, erhellt von einem Licht, das aus höheren Sphären leuchtet. Alles bekommt Sinn.

Liebe ist nicht das, was wir oft Liebe nennen. Gemeint ist nicht das Füllen von Mangel durch andere oder anderes, die Befriedigung der eigenen Bedürftigkeit im Außen, das Überspielen negativer Glaubenssätze durch oberflächliche Ablenkung oder Süchte. Liebe geht tiefer und ist schonungslos ehrlich.

Zunächst bist du ganz mit dir allein. Sich selbst an der Quelle der Liebe zu nähren, ist der Beginn. Darauf gründet die Liebe im Außen. Und es ist ein ehernes Spiegelgesetz, dass Liebe, die du gibst, unweigerlich zu dir zurückkommt. Ein ewiges Geben und Empfangen.

JH

Geschlossene Gesellschaft

Leere
in den Straßen
Gassen. 

Beschilderte Türen
verwehren Einlass. 

Laternen
werfen ihren Schein
nutzlos
auf sauberen 
Asphalt. 

Eine Katze
schlendert
angstfrei
ohne Umsicht
übern Platz. 

Zarter Hauch
von frischem Schnee
verweht
vom sanften Wind
bewegt
und keine Spuren
trüben ihn. 

Verschobenes Leben
hinter hellen Fenstern
wo trübe Sinne
klagen
und ersehnen
der Freiheit
Gesicht.

Gut, 
sagt das Leben. 

Seht 
und fühlt
den schmalen Grad.
Gewunden
brüchig
des Graden fremd. 

Aus Stein geformt
und Risse jetzt. 

Wo Angst 
sich offenbart
und Licht
sich bahnt
erhellt
was wir nicht sehn
Schatten wirft
auf unsren Glauben. 

Zeit des Erwachens
nur eine Weile
eh wir vergessen
und verdrängen.
Eh Gewohntes
wiederkehrt
und verdeckt 
was Leben weiß. 

JH

Seelenweg

Werde leicht
wirf ab
und heile
auf dass der
schwere Schritt
sich wandelt
in 
leichten Gang. 

Auf dass die Blumen
am Wegesrand
nicht unnütz
blühn und duften
das Jetzt zu feiern
in allen Farben.

Jeder Schritt
und noch so klein
ist heilig
heilt
um zu werden
wer du bist. 

JH

Entdecker

Wer sucht
im Außen
findet nicht.

Suchender,
sei Entdecker.

Finde.
Dich.
Dort,
wo alles
schon ist.

In dir.

JH

(Anmerkung: Und dennoch bleiben wir in gutem Sinne ein Leben lang Suchende, Entdecker, Abenteurer - wenn wir dazu bereit sind. Wenn wir unsere Verletzungen geheilt haben, wenn wir uns gefunden haben, wenn wir uns akzeptiert haben reist es sich authentischer, selbstbewusster, achtsamer, klarer, leichter. Dann ist das keine Suche mehr nach dem, was uns von Mangel befreien soll. Sondern eine neugierige Suche nach den  Antworten auf die Geheimnisse des Lebens.)

Zeitloses, unendliches Bewusstsein

Der Abend brachte eine feuchte Kühle mit. Sie hatte sich schnell im Tal oberhalb des Flusses ausgebreitet, während noch ein letztes schwaches Licht des Tages wie erlischende Glut die höchsten Kanten der felsigen Berge streifte. Das Loblied der Vögel auf den Tag hatte sich allmählich in den Wäldern verflüchtigt. Nur das rauschende Wasser begleitete den Ton der Stille.

Er hatte die Hütte verlassen und ließ sich von der Andacht des Augenblicks auf die Wiese locken, die gesäumt war von alten hohen Tannen. Er verharrte dort in der Mitte, als hätte ihn eine unhörbare Stimme gebeten, auf etwas zu warten. Sein Blick schweifte über den Schattenriss der Baumwipfel hinüber zum Bergmassiv, das einnehmend den Verlauf des Tals abschloss. Er hob den Kopf und die sich öffnende Weite des Raumes lud ihn ein, dem Licht der ersten Sterne zu folgen. So stand er eine ganze Weile, empfing die Lichtpunkte, die langsam wie aus einem nebelerfüllten Untergrund erschienen. Sein Körper begann zu frieren. Er schob die Hände in seine Hosentaschen und machte sich eng. Er hätte zurück ins Haus gehen können. Doch das hier war in seiner Allmächtigkeit und Erhabenheit wie eine Symphonie, der man sich nicht entziehen konnte. Seine Augen begannen irgendwann die Muster zu suchen, die Menschen schon vor Urzeiten erdacht hatten, um der Mystik des Firmaments und der Konstellation der Lichtkörper Erklärung und Orientierung zu geben. Der Hellste unter ihnen, Venus, der auch als erster erschienen war, fing seinen suchenden Blick ein. Von dort aus verfolgte er die gedachten Linien und Abstände. Bis er am Nordhimmel die markante Figur des Großen Bären erkannte. In ihm das Teilsternbild des Großen Wagens, das sich aus Büchern seiner frühen Jahre eingeprägt hatte. Bücher, in denen der gleiche suchende Blick der Seefahrer vergangener Tage beschrieben war. Diese Sternenanordnung war stets der Zwischenschritt auf der Suche nach dem Polarstern, der den Norden weist und den man findet, wenn man den Abstand der beiden Sterne am Kastenende des Wagens fünfmal verlängert.

Schon immer hatte ihn diese unerreichbare und doch so nahe Welt ergriffen. Seine kindlichen Übungen bestanden in dem kläglichen Versuch, sich die Unendlichkeit vorzustellen. Er ließ davon nie ab. Auch nicht in diesem Augenblick. Es war der immerwährende Reiz, eine Tür zu öffnen, die man nicht zu öffnen ermächtigt war. Es legte sich stattdessen eine unsichtbare, sanfte und vertraute Hand auf die Schulter und ließ ihn spüren, dass es nicht um diese Tür ging und was sich hinter ihr verbergen möge. Aus dieser Hand floss das Gefühl, das unendlich Große wäre nicht nur dort oben zu suchen, sondern auch im Kosmos, der sich in ihm selbst erstreckte. Möglicherweise mit der gleichen Unendlichkeit. Mit der gleichen Weite und Tiefe.

Sein Blick blieb auf das Viereck des Wagens gerichtet und ließ sich weiterleiten auf die drei Sterne der Deichsel. Der letzte von ihnen, der Handgriff des Wagens am vorderen Ende der Deichsel, hieß Alkaid oder Benetnasch. In der altarabischen Deutung wies man diesem Stern die Rolle des Anführers der Klageweiber zu, die vor der Totenbahre hergehen. Die drei Sterne der Deichsel bildeten die Gruppe der Klagenden. Diese Bedeutung wurde ihm erst sehr viel später klar, als er Alkaid, den er sich als Fünfzehnjähriger eines Nachts als seinen Stern ausgesucht hatte, näher hinterfragte. Mit der mythologischen Zuweisung konnte er lange Zeit nichts anfangen. Erst später, nach Begegnungen mit dem Tod, verlor die Bedeutung Alkaids ihren Schatten. Tod, so hatte er gelernt, ist Leben – nur aus einer anderen Perspektive. Nichts vergeht. Es wandelt sich. Immer. Und immer wieder. Nach jedem Ende folgt ein Anfang. Erst als er den Tod zuließ, rückte Alkaid in ein anderes Licht, gewann Stärke und Ausdruck.

Was ihn seit seinen Kindheitstagen beeindruckte, war die Reise des Lichts. Ihm wurde durch seinen Stern erst klar, dass das Licht, welches von diesem Himmelskörper damals, als er fünfzehn war, ausging, hier nach seinem Tod ankommen würde. Einhundert Lichtjahre entfernt stand der unscheinbar leuchtende Punkt dort oben. Astronomen sprachen von direkter Nachbarschaft. Das Licht, das jetzt in diesem Augenblick in sein Auge fiel, machte sich vor einhundert Jahren auf den Weg. In seiner Vorstellung überlegte er, was vor hundert Jahren passierte. Immer wieder in all den Jahren und Jahrzehnten, wenn der Himmel so war wie in dieser Nacht, kam er nicht umhin, seinen Blick einen Moment auf seinem Stern ruhen zu lassen. Als wäre es das Treffen mit einem guten alten Freund, der selbstlos stets zur Stelle war, wenn man ihn sehen wollte. Es hatte etwas Verlässliches. Es verkörperte Sicherheit und Trost im Fluss des Lebens. Beständigkeit. Halt. Es nährte auch das Gewahrsein, dass Zeit und in ihr Veränderung keinem einheitlichen Lauf folgte. Was in unserer Wahrnehmung kurz oder lang schien, war im Maßstab des Raumes, den die sichtbaren Gestirne aufspannten, nicht mehr als ein Wimpernschlag. Oder nicht mal das.

Unterdessen schlichen sich die Gestirne mit dem unmerklichen Rückzug der letzten zaghaften Spuren des Tageslichts vollständig auf die tiefschwarze Bühne. Ihr Licht wurde immer stärker und klarer mit einer Brillanz, die unsere lichtdurchfluteten Städte schon längst vertrieben hatten.

Der Ort, an dem er frierend vor Ehrfurcht und einziehender Kälte stand, hielt ihn fest. Als wäre das Schauspiel nur für ihn gemacht, verharrte er. Die Zeit wurde langsam. Frieden wurde fühlbar. Seine Gedanken wurden ruhig und sein Innerstes verband sich ergriffen mit einer Quelle, die vertraut schien. Alles umarmte ihn. Er umarmte all das. Nichts war mehr ohne Verbindung. Nichts war zu viel, nichts zu wenig. Wärmende Vertrautheit durchfloss ihn, bis er seinen Körper verlor und alles zeitloses, unendliches Bewusstsein war.

JH