Ruhe im Sturm

Medial ist die Welt in omnipotenter Weise präsent. Waldbrände an vielen Orten gleichzeitig. An anderen Orten zu viel Wasser. Folgen der Erderwärmung? Auf Haiti menschliche Tragödien. Afghanistan ist zwar weit weg, doch dieses Land, nie zur Ruhe gekommen, versinkt jetzt im Chaos und wir sehen zu. An Corona haben wir uns leidvoll gewöhnt – glaubten, es wäre nun bald vorbei; stattdessen trifft eine widrige Entwicklung nun auf politisches Kalkül derer, die Wahlen gewinnen müssen.

Wieviele Brandherde, natürliche wie politische, habe ich hier nicht aufgezählt. So viel Sturm. So viel Unruhe. So viel Unsicherheit.

Wegsehen? Nein. Helfen, wo man kann? Ja. Aber der gegenwärtige Moment nur zählt. Ich kann nicht überall zur gleichen Zeit sein. Ich kann nicht Leid vermeiden, tausende Kilometer entfernt, während ich hier bin. Aber ich kann dem Menschen, der neben mir steht, ein Lächeln schenken. Ich kann dem Bettler an der Straßenecke etwas zu essen anbieten. Ich kann dem Freund, dem es schlecht geht, Zeit widmen und zuhören.

Ich kann Liebender sein, da wo ich bin und wo ich wirken kann. Ruhe im Sturm kann ich sein.

JH

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